Artenschutzhandbuch 2011 - Biologische Station Gütersloh/Bielefeld

Ostmünsterland

Charakterisierung

Das sehr ebene, leicht zum Teutoburger Wald hin ansteigende Ostmünsterland ist geprägt von einer dicken Auflage aus eiszeitlichen Schmelzwassersanden, die nur an wenigen Stellen von lehmigen Grundmoränen durchbrochen wird. Der Sand bedingt natürlicherweise saure und nährstoffarme Bodenverhältnisse. So dehnte sich in vergangenen Jahrhunderten auf weiten Bereichen eine Heidelandschaft aus, die von Schafen beweidet wurde und deren Böden durch den Plaggenhieb zur Gewinnung von Stalleinstreu zusätzlich verarmten.

Eine Besonderheit stellen der "Holter Wald" und der "Tatenhauser Wald" dar, die als herrschaftliche Jagdreviere vor der Abholzung geschützt waren und somit bis heute ununterbrochen bewaldet geblieben sind. Nach dem Ende der "Heidezeit" wurden viele der besonders mageren Bereiche mit Kiefern aufgeforstet. Der Rest wurde in Grünland oder Acker umgewandelt. Heute sind Heiden wie auch Sandmagerrasen (außerhalb des Truppenübungsplatzes) nur noch auf wenigen Restflächen erhalten geblieben. Ebenfalls fast verschwunden sind nährstoffarme Sandäcker mit ihrer speziellen Ackerbegleitflora.

In den feuchten Niederungen entlang der Sandbäche dehnten sich bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts weite Feuchtgrünlandbereiche aus, die in den letzten Jahrzehnten durch Entwässerung und anschließenden Umbruch zu Acker nahezu überall zerstört wurden und zumeist nur innerhalb der Feuchtwiesenschutzgebiete großflächig erhalten geblieben sind. Dort bietet ein vielfältiges Mosaik aus Wiesen, Weiden, Gräben und Kleingewässern noch zahlreichen seltenen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum. Allerdings sind auch innerhalb der Schutzgebiete bereits weite Bereiche durch Entwässerung und Nutzungsintensivierung in ihrem ökologischen Wert deutlich beeinträchtigt.

Eingestreut in die Feuchtwiesenlandschaft finden sich als besonders wertvolle und schützenswerte Landschaftselemente noch kleinflächige Bestände der ursprünglichen Waldvegetation wie Erlen- und Birkenbruchwälder oder Relikte von Hochmooren und Feuchtheiden.