Gartenrotschwanz

(Phoenicurus phoenicurus)
Lebensraumansprüche

Der Gartenrotschwanz kommt als Brutvogel in nicht zu dichten Altholzbeständen sowie an Waldrändern und Waldlichtungen vor. Dabei werden sonnige Kiefernbestände bevorzugt, die eine nur gering ausgeprägte Strauchschicht aufweisen. Regional werden Gehöfte mit altem Baumbestand (Hofeichen) bevorzugt besiedelt, aber auch parkähnliche Gärten, Friedhöfe mit artenreichem Baumbestand, Alleen, Kopfbaumreihen, Obstwiesen und alten Hausgärten im Siedlungsbereich. In der Regel brütet der Gartenrotschwanz in Nischen oder Höhlen, nimmt aber auch aufgehängte Nisthilfen an. Dadurch kann besonders im Siedlungsbereich bei Fehlen geeigneter Naturhöhlen eine Ansiedlung gefördert werden. Es sind aber auch Bruten auf dem Boden nachgewiesen worden.

Verbreitung im Kreis Gütersloh

Aus dem Ravensberger Hügelland fehlen aktuelle Nachweise, im Teutoburger Wald ist der Gartenrotschwanz fast ganz verschwunden. Aufgrund starker Bestandsrückgänge ist er im Ostmünsterland nur noch selten und vereinzelt anzutreffen, oft an Hofstellen mit altem Baumbestand. Aktuelle Meldungen liegen u.a. aus dem Bereich Tatenhausener Wald, dem Versmolder Bruch und aus Ebbesloh/Niehorst (Stadt Gütersloh) vor. Von einer dichteren Besiedlung ist nur im Übergangsbereich zur Senne in Schloß Holte-Stukenbrock auszugehen. Im Südkreis offenbar etwas häufiger vorkommend als im Nordkreis, genauere Untersuchungen fehlen aber.

Hilfsmaßnahmen

Im Siedlungsbereich sind vor allem Parkanlagen, Friedhöfe und abwechslungsreiche Gärten von Bedeutung. Dort sollten alte Baumbestände und Einzelbäume erhalten werden (Baumschutzsatzungen) und insgesamt ein hoher Strukturreichtum durch ein „Mosaik“ an Gehölzen (Hochstamm-Obstbäume!), Wiesen, Viehweiden oder ungenutzter Brachestreifen angestrebt werden. Ein Mangel an Höhlen kann durch das Aufhängen von Nisthilfen beseitigt werden. Vergleichbares gilt auch für Einzelgehöfte, die z.T. noch günstige Voraussetzungen bieten. Alte Alleen und Kopfbaumreihen sollten gegebenenfalls durch Neupflanzung von Bäumen in ihrem Bestand gesichert werden.


Landschaftselemente an bzw. auf Ackerflächen

Gefährdung und Gefährdungsursachen

Der Gartenrotschwanz gilt in NRW mittlerweile als „stark gefährdete“ Art, da deutliche Bestandseinbußen gegenüber den 1980er Jahren zu verzeichnen sind. Als Ursachen sind der Verlust geeigneter Altholzbestände und alter Hochstamm-Obstwiesen sowie eine zunehmende Strukturarmut in Garten- und Siedlungsbereichen zu nennen. Insgesamt wirken sich die Ausräumung der Landschaft (Verlust an Hecken, Einzelbäumen, Heideresten) und die zunehmende Intensivierung der Landnutzung negativ auf den Gartenrotschwanz aus.
Zur insgesamt sehr schlechten Bestandsentwicklung tragen auch negative Veränderungen in den Überwinterungsgebieten (zentrales und südliches Afrika) mit bei.