Zauneidechse

(Lacerta agilis)
Lebensraumansprüche

Die Zauneidechse legt im Gegensatz zu den meisten anderen heimischen Reptilienarten Eier, die von der Sonne ausgebrütet werden müssen. Daher ist sie auf trockenen, sich gut erwärmenden und zugleich grabfähigen Boden angewiesen. Sie lebt bevorzugt auf Heideflächen, auf Magerrasen und an sonnigen Waldsäumen, besiedelt aber auch Böschungen von Bahntrassen. Wichtig für den Lebensraum der Zauneidechse ist ein vielfältiges Mosaik aus vegetationsarmen Stellen, Bereichen mit einer geschlossenen Pflanzendecke und Gehölzstrukturen.

Verbreitung im Kreis Gütersloh

Aus dem Kreis Gütersloh sind von der Zauneidechse aktuell lediglich Funde aus den Bereichen Stukenbrock, Gütersloh und Harsewinkel bekannt. Ältere Nachweise aus den 1980er Jahren gibt es aus dem Haller Bereich. Möglicherweise ist die Art auch heute noch hier vertreten, zur Überprüfung sollten Untersuchungen durchgeführt werden. Stabile Populationen der Zauneidechse existieren noch im NSG "Moosheide". Da diese Art recht schwer nachzuweisen ist, sind auch weitere bislang unbekannte Vorkommen durchaus möglich.

Hilfsmaßnahmen

Notwendige Maßnahmen zum Schutz der Zauneidechse sind der Erhalt der verbliebenen flächigen Heide- und Magerrasenbiotope. Daneben spielt die Entwicklung magerer, halboffener Säume an Wald- und Wegrändern eine große Rolle. Eine gute Möglichkeit zur Vernetzung von Zauneidechsen-Lebensräumen bietet die Entwicklung von Heide- und Magerrasenvegetation auf Freileitungstrassen, die durch Beweidung mit Schafen und Ziegen kurzgehalten werden.

Gefährdung und Gefährdungsursachen

Die Zauneidechse ist in der Roten Liste NRW landesweit als "stark gefährdet", für die Westfälische Bucht als "gefährdet" eingestuft. Im Kreis Gütersloh ist die Art ebenfalls bereits als stark gefährdet anzusehen. Hauptursache für den starken Rückgang der Zauneidechse ist der in weiten Landstrichen fast vollständige Verlust von Heiden und Magerrasen. Geeignete nährstoffarme halboffene Waldsäume gingen zudem durch dichte Aufforstung bis an die Waldkante und intensive landwirtschaftliche Nutzung angrenzender Flächen bis direkt an den Waldrand verloren.