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Ergebnisse aus dem Artenschutzprojekt für den Kammmolch 2020
11.11.2020

Einen wichtigen Schwerpunkt der Projekttätigkeiten stellt die Erfassung vom streng geschützten Kammmolch dar. Nur mit einer guten Datengrundlage zur Verbreitung des Molches können gezielte Schutzmaßnahmen umgesetzt werden.

Bei der Untersuchung zum Vorkommen von Kammmolchen werden Reusen eingesetzt, die über Nacht in Gewässer gesetzt werden.

Am Morgen werden die Fänge kontrolliert, dokumentiert und wieder ins Gewässer frei gelassen.




Mit Hilfe von Wasserreusen können Amphibien erfasst werden.

Im Jahr 2020 hat die Biologische Station 24 Gewässer im Altkreis Wiedenbrück untersucht. Dabei sind wir auch Meldungen vom Kammmolchvorkommen aus der Bevölkerung nachgegangen, die erfreulicherweise alle bestätigt werden konnten.

Insgesamt ist die Untersuchung mit 12 Nachweisen zum Vorkommen des Wasserdrachens (darunter sechs neue Fundorte) sehr erfolgreich verlaufen.






Kammmolch-Männchen

Ein wichtiges Ergebnis der Untersuchung ist fernerhin, dass die Umsetzung von Schutzmaßnahmen für die Besiedlung durch den Kammmolch und anderer Amphibienarten von großer Bedeutung ist.


So wurden die meisten Teiche, die von der Biologischen Station optimiert worden sind, in den Folgejahren zunächst vom Laubfrosch und dann auch vom Kammmolch als Wasserlebensraum angenommen - beides streng geschützte Arten, die vom Aussterben bedroht sind.




Optimiertes Artenschutzgewässer, das von Kammmolch und Laubfrosch angenommen wird.


Schutzmaßnahme im Jahr 2020:

Zur Förderung des gefährdeten Kammmolches hat die Biostation im Jahr 2020 ein Gewässer in Langenberg optimiert, welches von beiden Amphibienarten, Kammmolch und Laubfrosch, besiedelt wird.

Der starke Gehölzaufwuchs im Uferbereich hat die Wasserfläche beschattet, was sich ungünstig auf die Larvenentwicklung ausgewirkt hat (Warmwasserzonen wichtig).

Zudem führt der vermehrte Laubeinwurf zu einer Nährstoffanreicherung des Wassers und zu einer Verlandung des Gewässers.



Kammmolchgewässer mit starkem Gehölzaufwuchs im Uferbereich (vor der Optimierung).

Zum Erhalt dieses ökologisch wertvollen Lebensraumes für Kammmolch und Laubfrosch haben wir die Gehölze im Uferbereich zurückgeschnitten und zum Teil entfernt. 

Die Kopfweiden, die ebenfalls ökologisch wichtige Biotope für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten darstellen, wurden geschneitelt.

Die regelmäßige Durchführung von Pflegemaßnahmen an Gewässern ist für deren Erhalt und damit für die Flora und Fauna dieses Lebensraumes von entscheidender Bedeutung.


Das Gewässer nach der Umsetzung von Gehölzmaßnahmen. 

Amphibien profitieren von der Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen an Gewässern. Der Erhalt sensibler Arten, wie Kammmolch und Laubfrosch, sind vielerorts davon sogar abhängig. 


Wir bedanken uns bei der Stiftung der Kreissparkasse Wiedenbrück! 

Mit ihrer freundlichen, dauerhaften Unterstützung können wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in unserer Region leisten.





Überdies sprechen wir den engagierten Amphibiensammlern und Meldern von Amphibienvorkommen unseren besonderen Dank aus. Mit ihren Hinweisen gelingt es uns, weitere Erkenntnisse zu der Verbreitung der sensiblen Arten, wie Kammmolch und Laubfrosch, zu erhalten. Das Sammeln der Amphibien entlang von Straßen während ihrer Wanderung zwischen Wasser- und Landlebensräumen stellt eine sehr wichtige Maßnahme dar, um Fröschen, Kröten und Molchen im Bestand zu erhalten.

Das folgende Bild vom Kammmolch erhielten wir von einer langjährig engagierten Amphibiensammlerin, Frau Ulrike Sandfort aus Herzebrock-Clarholz. Das Männchen wurde für das Nachweisfoto nur kurz im Glas gehalten und sofort wieder ins Gewässer gesetzt.



Kontakt
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