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Artenschutzprojekt für den Froschkönig - Förderung vom Laubfrosch
06.01.2022
Bild: Manfred Aulbur
Im Märchen der Brüder Grimm verwandelt sich der Froschkönig in einen Prinzen, als ihn die Prinzessin gegen die Wand wirft. Doch wir wollen keinen Prinzen - wir wollen den Frosch! Mit dem neuen Artenschutzprojekt führt die Biologische Station ihr Engagement für die Förderung und den Erhalt der Amphibien - und speziell für den sympathischen Laubfrosch - fort.
Allgemeine Informationen

Das neue Artenschutzprojekt für den Laubfrosch startet im Frühjahr 2022 und wird über fünf Jahre von der

Stiftung der Kreissparkasse Wiedenbrück

gefördert.

Projektgebiet: Altkreis Wiedenbrück (Herzebrock-Clarholz, Rheda-Wiedenbrück und Langenberg)


Ansprechpartnerin: Conny Oberwelland








Einst weit verbreitet kannte ihn jeder, und sei es als Wetterfrosch auf der Leiter. Der Laubfrosch (Hyla arborea) ist in den letzten 20 Jahren vielerorts sehr selten geworden und wird in der Roten Liste von NRW als „stark gefährdet und von Naturschutzmaßnahmen abhängig“ geführt.

Im Altkreis Wiedenbrück sowie in Rietberg haben wir noch eine relativ hohe Populationsdichte, für die wir angesichts der Gefährdungslage des kleinen Frosches eine besondere Verantwortung tragen.



Steckbrief Laubfrosch 

Der Laubfrosch ist der kleinste heimische Froschlurch. Er gehört zu den Baumfröschen.

In Mitteleuropa ist er der einzige Vertreter der nahezu weltweit verbreiteten Tierfamilie Hylidae (Laubfrösche im weiteren Sinne), die gut 700 Arten umfasst.

Größe: 3 - 4,5 cm (Männchen), bis zu 5 cm (Weibchen)




Der Laubfrosch. (Bild: B. Walter)

Haut: glatt, Oberseite leuchtend grün, Bauch hell, Kehle gelb bis gelbbraun (Männchen), bzw. weiß bis hellgrau (Weibchen); dunkler Streifen von Nasenloch über Trommelfell bis in Leistenregion

Rufe: gleichförmiger räpräpräp - Balzrufe der Männchen in warmen Abenden zur Fortpflanzungszeit (April – Juni); Revierrufe der Männchen klingen knurrend, Herbstrufe krächzend

Fortpflanzung: Eiablage überwiegend im April/Mai, Laichballen (30 – 80 Eier) der Gewässervegetation im Flachwasser, Entwicklung abhängig von Wassertemperatur, Larven: 50 – 80 Tage

Ernährung: Larven fressen unselektiv organisches Material (Grünalgen, Einzeller,..), adult Frösche jagen auf Tagessitzwarten nach Flug- und Laufinsekten, nach Anbruch der Dämmerung suchen sie nach Beutetieren (Insekten, Spinnen, Nacktschnecken) am Boden oder in dessen Nähe

Lebensraum

Der Laubfrosch sucht zur Fortpflanzungszeit pflanzenreiche Gewässer auf. 

Diese müssen zumindest in Teilbereichen gut besonnt sein, denn von den Larven werden flache, möglichst warme und krautreiche Ufersäume aufgesucht. Fische hingegen dezimieren die Bestände und können als Fressfeinde ganze Populationen auslöschen.  

Zur Nahrungssuche und zum Sonnen klettert der kleine Frosch gern auf Sträucher und Bäume, was ihn den Namen „Baumfrosch“ eingebracht hat. 

Zum Klettern nutzt er seine Haftscheiben an seinen Händen und Füßen, die ein einzigartiges Kennzeichen des kleinsten heimischen Froschlurches sind.

Ab Oktober wandert der wechselwarme Frosch entlang von Gräben, Hecken, Feldrainen und Waldsäumen zu seinem Winterquartier.

Dies sind frostfreie, terrestrische Verstecke wie Erdhöhlen, große Laubhaufen, Stein- und Bodenspalten. Auch Maulwurfsgänge und Wühlmausbauten werden gelegentlich aufgesucht.



Laichgewässer vom Laubfrosch. (Bild: C. Oberwelland)

Der Laubfrosch beim Sonnenbaden. (Bild: B. Walter)

Gefährdung

Amphibien gehören weltweit zu den am meisten gefährdeten Tiergattungen und sind stark im Rückgang begriffen. Das größte Problem geht dabei vom Menschen aus.

Der Straßenverkehr wird von Jahr zu Jahr dichter, wodurch eine nicht unerheblich große Anzahl an Amphibien auf der Wanderung zwischen Laichgewässer und Winterquartier überfahren wird. 

Weiterhin macht auch die zunehmende Intensivierung der Landnutzung den Amphibien zu schaffen. Der vermehrte Eintrag von Düngemitteln und Schadstoffen auf den Flächen, die Trockenlegung von Gewässern, die Umwandlung von Grünland in Ackerflächen sowie die allgemeine Intensivierung der Grünlandnutzung im Umfeld der Laichgewässer stellt überdies eine starke Lebensraumverschlechterung dar.

Doch was für alle Tier- und Pflanzenarten an Gewässern zunehmend problematisch wird, ist der sinkende Grundwasserspiegel aufgrund geringerer Niederschlagsmengen und steigender Temperaturmittelwerte insbesondere im Frühjahr und Sommer. 

Vielerorts führen die Wasserlebensräume in der warmen Jahreszeit kein Wasser. Für die Amphibien wird es immer schwieriger, sich erfolgreich fortzupflanzen und damit ihre Populationen zu erhalten.

Der Laubfrosch ist in Deutschland noch relativ weit verbreitet, jedoch zunehmend im Bestand gefährdet.


Gewässer müssen regelmäßig gepflegt werden, damit sie als ökologisch wertvoller Lebensraum erhalten bleiben. (Bild: C. Oberwelland)


Amphibien profitieren von der Anlage von ungedüngten und ungespritzten Pufferstreifen an den Gewässern. (Bild: C. Oberwelland)



Verbreitung im Kreis Gütersloh

Seit 2005 führt die Biologische Station Erfassungen zum Vorkommen vom Laubfrosch im Kreis Gütersloh durch.

Die Verbreitungskarte im Artenschutzhandbuch (Artenschutzhandbuch 2011 - Biologische Station Gutersloh/Bielefeld (biostationgt-bi.de)) verdeutlicht, dass sich fast alle Laichgewässer im Altkreis Wiedenbrück befinden. Im Nordkreis sind nur wenige vereinzelte Vorkommen bekannt.






Das Artenschutzprojekt

Die Biologische Station wird ihr Engagement für die Förderung der Amphibien im Altkreis Wiedenbrück intensiv fortführen und dabei insbesondere den Laubfrosch ins Visier nehmen. Die Projekttätigkeiten umfassen ein weitreichendes Monitoring zum Vorkommen des kleinen Frosches, um gezielt Schutzmaßnahmen zur Verbesserung der Lebensraumbedingungen durchzuführen.

Wir freuen uns, auch bei unserem neuen Artenschutzprojekt für den Laubfrosch Unterstützung von der Stiftung der Kreissparkasse Wiedenbrück zu erhalten und damit unsere langjährige Zusammenarbeit fortzuführen!






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Biologische Station Gütersloh/Bielefeld
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Tel.: 05209 / 980101
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