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Untersuchung zum Vorkommen von Baummarder und Wildkatze
23.07.2018
Bild: Holger Meinig
Sie meiden die Nähe der Menschen und leben eher zurückgezogen in großen, zusammenhängenden Waldgebieten: Der Baummarder (nicht zu verwechseln mit dem Autokabel zerbeißenden Steinmarder) und die scheue Wildkatze. Erstmals wurde im Kreis Gütersloh eine Untersuchung zu dem Vorkommen der beiden gefährdeten Tierarten durchgeführt.
Aktuelles aus dem Projekt
Allgemeine Informationen

Dank der finanziellen Unterstützung der

Stiftung für die Natur Ravensberg

hat die Biologische Station von 2013 bis 2015 eine Untersuchung zum Vorkommen von Baummarder und Wildkatze im Teutoburger Wald durchgeführt.

Lesen Sie hier die Ergebnisse und den Presseartikel zu der Untersuchung.



Der Baummarder

Der Baummarder (Martes martes) gilt als typischer Bewohner von großen, zusammenhängenden Waldgebieten.

Die Nähe des Menschen meidet dieser Marder - ganz im Gegensatz zu seinem nahen Verwandten, dem Steinmarder, der als Kulturfolger auch häufig in Siedlungen vorkommt (und schon mal ein Autokabel zerbeißt).

In NRW gilt der Baummarder als selten und wird in der Roten Liste als „stark gefährdet“ geführt.

Über die Verbreitung in unserer Region ist nur wenig bekannt, doch kann ein Vorkommen für dicht bewaldete Regionen, wie den Teutoburger Wald, angenommen werden.

Steinmarder oder Baummarder? Hier bekommen Sie Informationen zu den Unterscheidungsmerkmalen!


 

Die scheue Wildkatze

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) oder Waldkatze ist in Europa und in Teilen Südwest-Asiens verbreitet.

In der Roten Liste für NRW wird die Europäische Wildkatze als „vom Aussterben bedrohte Art“ geführt.

Aktuell gibt es keine konkreten Hinweise für den Kreis Gütersloh, doch ist eine Besiedlung der großflächigen Waldgebiete (insbesondere des Teutoburger Waldes) durch die scheue Katze möglich.

Für den eindeutigen Nachweis der Europäischen Wildkatze werden ihre Haare genetisch analysiert. Es kann sonst zu Verwechslungen mit der getigerten Hauskatze, die von der Afrikanischen Wildkatze abstammt, kommen.


Lesen Sie hier mehr zu den Unterscheidungsmerkmalen der Europäischen Wildkatze und der Afrikanischen Wildkatze.


Untersuchungsgebiet

Mit dem Projekt "Untersuchung zum Vorkommen des Baummarders und der Wildkatze" wurde erstmalig im Kreis Gütersloh und in der Stadt Bielefeld nach diesen beiden Waldarten geschaut.

In der ersten Projektlaufzeit 2013 / 2014  haben wir  Teilabschnitte des Teutoburger Waldes in Borgholzhausen, Halle / Westfalen und Werther untersucht (insgesamt ca. 1400 ha). 

In der zweiten Projektlaufzeit 2015 / 2016 wurden die Untersuchungen im Teutoburger Wald in Steinhagen und im Stadtgebiet Bielefeld (ausgenommen Bereiche im Landschaftsplan Senne) fortgeführt (insgesamt ca. 1545 ha). 

Der Teutoburger Wald ist geprägt durch große Laubwaldkomplexe, die überwiegend von Waldmeister- und Hainsimsen-Buchenwälder eingenommen werden. Daneben kommen auch Eichen dominierte Waldbereiche und Fichtenforste in unterschiedlichen Größenanteilen vor. Eingestreut sind kleinflächig naturnahe Bachtäler, Kalkmagerrasen und Bergheiden. Teilflächen des Teutoburger Waldes wurden früher als Niederwald bewirtschaftet. Der südliche Kamm des Faltengebirges, über das sich das FFH-Gebiet erstreckt, besteht aus Kalkgestein der oberen Kreide. Hier befinden sich kleine bis hin zu größere Kalk-Steinbrüche.

Es handelt sich um Bereiche der Landschaftsschutzgebiete "Teutoburger Wald", "Bielefeld Ost" und "Bielefeld West"  sowie um Waldparzellen der FFH-Gebiete* "Östlicher Teutoburger Wald" und "Sparrenburg". 

*Gebiete des Europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000

 


 

Untersuchungsmethode

Als Methode zum Nachweis der beiden Tierarten wurden zehn Wildkameras und spezielle Lockstoffe verwendet.

Marderartige lassen sich durch ein Gemisch aus Wasser, Eigelb, Honig und Anistropfen gut anlocken. Der Lockstoff ist mit einer Sprühflasche in 0 bis 2 m Höhe an einen Baum gesprüht worden.

Katzen (so auch Wildkatzen) reagieren stark auf Baldrian, der als Lockstoff auf einen rauen Holzpfosten gesprüht wird. Zusätzlich ist auch Katzenminze zum Anlocken verwendet worden. Der Pfosten wurde in etwa 2 m Abstand zu dem behandelten Baum mit dem Marderlockstoff aufgestellt.

Mit Fokus auf die beiden Anlockpunkte ist eine Wildkamera an einem benachbarten Baum in 1,5 bis 3 m Entfernung befestigt worden. Sobald sich ein Tier dem jeweiligen Lockstoff näherte, löste der Bewegungsmelder in der Kamera aus - ein Belegfilm von 10 Sekunden Länge wurde aufgezeichnet.

Mit Hilfe von genetischen Haaranalysen wäre eine eindeutige Zuordnung (Wildkatze oder Hauskatze) möglich gewesen - so sich denn eine getigerte Katze an einem Lockpfosten gescheuert hätte.

Lesen Sie hier die Ergebnisse und den Presseartikel zu der Untersuchung.



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