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Veröffentlichung zum Baummarder-Wildkatzen-Projekt
15.11.2021

Baummarder und Wildkatze - zwei seltene Waldbewohner

Den Wald als Lebensraum - und das als große zusammenhängende Gebiete – haben die beiden besonderen Tierarten gemein.

Der Baummarder. Bild: H. Meinig

Der Baummarder (Martes martes) meidet die Nähe zum Menschen (im Gegensatz zu dem Kabel zerbeißenden Steinmarder!) und bevorzugt Laub- und Mischwälder mit einem hohen Totholzanteil. 

Vielerorts liegen keine Daten zum Vorkommen des Baummarders vor. Dies war vor Beginn der Untersuchung auch für  den Teutoburger Wald im Kreis Gütersloh und der Stadt Bielefeld der Fall.

In der Roten Liste von NRW wird er als „stark gefährdet“ geführt (Meinig et al. 2011Literatur: siehe Veröffentlichung!).

Steinmarder oder Baummarder? Hier bekommen Sie Informationen zu den Unterscheidungsmerkmalen!


Auch die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) lebt fern vom Menschen in strukturreichen, großen Waldgebieten mit hohem Totholzanteil. 

Für den Kreis Gütersloh liegen keine konkreten Hinweise vor, doch ist eine Besiedlung der großflächigen Waldgebiete (insbesondere des Teutoburger Waldes) durch die scheue Katze möglich.

Für den eindeutigen Nachweis der Europäischen Wildkatze werden ihre Haare genetisch analysiert. Es kann sonst zu Verwechslungen mit der getigerten Hauskatze, die von der Afrikanischen Wildkatze abstammt, kommen.

In der Roten Liste für NRW wird die Europäische Wildkatze als „gefährdet“ geführt (Meinig et al. 2011 - Literatur: siehe Veröffentlichung!).



Die Wildkatze. Bild: H. Glader


Lesen Sie hier mehr zu den Unterscheidungsmerkmalen der Europäischen Wildkatze und der Afrikanischen Wildkatze.

Ergebnisse der Untersuchung

Erstmals ist es gelungen, das Vorkommen des Baummarders für sieben Teilbereiche des Teutoburger Waldes nachzuweisen.

Diese liegen ausschließlich im Kreis Gütersloh: drei Bereiche liegen in Borgholzhausen, zwei in Halle/Westfalen und zwei in Steinhagen.

Lediglich einer der sieben Nachweisbereiche (am Hengeberg in Halle/Westfalen) befindet sich im Landschaftsschutzgebiet „Teutoburger Wald“, die restlichen liegen im FFH-Gebiet „Östlicher Teutoburger Wald“.

Die Wildkatze hingegen konnte im Rahmen der Untersuchung weder im Kreis Gütersloh noch in Bielefeld nachgewiesen werden.

Für den nördlichsten Teilabschnitt des Teutoburger Waldes im Kreis Gütersloh (Borgholzhausen-Berghausen) wurde dieses Negativergebnis im Jahr 2017 vom BUND im Rahmen des Projektes „Rettungsnetz Wildkatze“ bestätigt (Thiel-Bender & Trinzen 2020 - Literatur: siehe Veröffentlichung!)

Aufgrund des aktuellen Verbreitungsgebietes der Wildkatze in Ostwestfalen war das Vorkommen der Art im Kreis Gütersloh und in der Stadt Bielefeld zum Zeitpunkt der Untersuchung (noch) nicht zu erwarten.

Ansprechpartnerin: Conny Oberwelland

Ein Baummarder schnuppert an einem Baum, der mit dem Lockmittelgemisch besprüht wurde.

Ein Baummarder frisst Apfelstücke auf einem für Siebenschläfer angebrachten Nistkasten.


Lesen Sie hier die Veröffentlichung zu der Untersuchung!