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Feldvogel-Monitoring in Werther
10.12.2020

Es war die Nachtigall und nicht die Lerche – wer kennt es nicht, das Zitat aus Shakespeares „Romeo und Julia“?

Die Feldlerche gilt seit jeher als der Verkünder des Morgens. Mit ihrem prägnanten Gesang versuchen die Männchen den Weibchen zu imponieren und markieren ihre Brutreviere.

Ursprünglich ist die Feldlerche ein Steppenvogel, der bei uns als so genannter "Kulturfolger" Grünland- und ackerbaulich genutzte Flächen mit dünnem und niedrigem Bewuchs besiedelt. Ihre Nester legt sie auf dem Boden an.






Einst war die Feldlerche eine unserer häufigsten Feldvogelarten. Noch vor 60 Jahren erreichte die Feldlerche sehr hohe Brutpaardichten auch auf den Ackerflächen in Ostwestfalen. 

Ebenso wie in vielen Gebieten Mitteleuropas sind seitdem aber gravierende Bestandseinbrüche zu verzeichnen; in den letzten vier Jahrzehnten in einigen Regionen mit dramatischem Verlauf. 

Die Feldlerche wurde in der Roten Liste von 2016 (Grüneberg et al.) als „gefährdet, von Schutzmaßnahmen abhängig“ eingestuft.

Ursachen für die zunehmende Gefährdung sind neben dem reinen Flächenverlust die einschneidenden Veränderungen in der Landbewirtschaftung.

Zu nennen sind hier vor allem die deutlich intensivierte Bodennutzung, wie Frühsaat und Frühernten, die Einstellung der Vielfelderwirtschaft, der erhöhte bzw. gezielte Einsatz von Pestiziden, das Ausbringen von Gülle, Flächenzusammenlegung im Rahmen der Flurbereinigung sowie eine stark intensivierte Grünlandwirtschaft.



Im Kreis Gütersloh haben wir wenige Schwerpunktbereiche, wo die Feldlerche noch mit mehreren Brutpaaren vorkommt.
Ein 345 ha großes Gebiet befindet sich in Werther-Arrode.
Es ist charakterisiert durch eine sanft hügelige Landschaft, die durch Siektäler gegliedert wird. Aufgrund seiner fruchtbaren Lößlehmböden wurden die höher gelegenen Flächen schon früh für den Ackerbau genutzt. 
Heute ist die intensiv bewirtschaftete Kulturlandschaft geprägt durch einen hohen Wintergetreideanteil. Als Grünland werden hauptsächlich nur noch die tiefer gelegenen Siektäler genutzt.
  

  


Die  Biologische Station führt seit 2005 Erfassungen der Feldlerchen und anderer Feldvögel durch.  

Überdies setzen wir gemeinsam mit den bewirtschaftenden Landwirten gezielte Extensivierungsmaßnahmen auf den Brutflächen der Feldlerchen um. Dabei werden z.B. Brache- und lückige Blühstreifen angelegt. Ferner hat sich die Reduzierung der Saatgutmenge im Wintergetreide durch die Einsaat mit doppeltem Reihenabstand bewährt.

Von den Schutzmaßnahmen profitieren auch andere Feldvögel, wie das Rebhuhn oder die Wachtel.

Ergebnisse des Monitorings

In dem Untersuchungsgebiet konnten insgesamt 20 Brutreviere der Feldlerche (Alauda arvensis) nachgewiesen werden. 

Der Bestand ist im Vergleich zu den Jahren 2018 und 2019 mit 14 Brutpaaren um ca. 40 % gestiegen und hat sich somit von dem starken Rückgang zwischen den Jahr 2010 und 2018 etwas erholt.

 






Literatur

Grüneberg, C., S. R. Sudmann, F. Herhaus, P. Herkenrath, M. M. Jöbges, H. König, K. Nottmeyer, K. Schidelko, M. Schmitz, W. Schubert, D. Stiels J. Weiss (2016): Rote Liste der Brutvogelarten Nordrhein-Westfalens, 6. Fassung. Charadrius 52, Heft 1-2: 1-66.




Kontakt
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