Logo Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V.
 
 
 
 
 
Sie müssen JavaScript aktivieren, um diese Seite mit all ihren Features nutzen zu können.
Aktuelle Ergebnisse vom Feldvogel-Monitoring in Werther
12.01.2022

Feldvogelschutz und Monitoring in Werther und Borgholzhausen

Die Biologische Station hat gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde vom Kreis Vereinbarungen mit Bewirtschaftern von Brutflächen der Feldlerchen abgeschlossen. 

Mit Hilfe von kleinflächigen Extensivierungsmaßnahmen sollen die Lebensraumbedingungen für die Feldvögel verbessert werden, um die Bestände zu stabilisieren.

Hier geht es zur Projektseite!

Ansprechpartnerin: Conny Oberwelland


Ergebnisse des Monitorings 2022



Werther

Die Biologische Station führt seit 2006 Feldvogel-Erfassungen in Werther-Arrode durch und setzt gemeinsam mit Landwirten Schutzmaßnahmen auf den Ackerflächen um.

Im Jahr 2022 wurde die erfreulich hohe Anzahl von 29 Brutrevieren der Feldlerche (Alauda arvensis) in Werther-Arrode bestätigt. 

Die Zunahme gegenüber dem vorangegangenen Jahr 2020 beträgt 45 %, gegenüber den Jahren 2018 und 2019 sogar über 100 %.

  Tabelle 1: Anzahl der Feldlerchen-Reviere im Untersuchungsgebiet in Werther-Arrode 

 
Als Ursachen für die Bestandserhöhung können lediglich Vermutung herangezogen werden. Sehr wahrscheinlich ist, dass der Bruterfolg im letzten Jahr sehr hoch gewesen ist. Der einstige Steppenvogel hat offenbar von den außergewöhnlich warmen und niederschlagsarmen Sommern in den letzten Jahren profitiert. 

Weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die Populationsdichte haben, sind vor allem der Prädatorendruck, die Intensität der Landbewirtschaftung, der Aufwuchs der Kulturarten, das Nahrungsangebot, der Flächenverbrauch durch Versiegelung und die Bedingungen in den Zuggebieten in den Wintermonaten.



Bemerkenswert war, dass die umgesetzten Schutzmaßnahmen von den Feldlerchen sowohl zur Anlage ihrer Neststandorte als auch zur Nahrungssuche angenommen wurden.

Es lässt sich schlussfolgern, dass der Bestand der Lerchen mit Hilfe von Extensivierungen gefördert werden kann.


Die Biologische Station führt in Werther überdies ehrenamtlich ein Monitoring weiterer Feldvogelarten durch:

Erfreulich war ein Nachweis und mehrere Meldungen vom Rebhuhn (Perdix perdix) an vier verschiedenen Flächen im Untersuchungsgebiet. 

Es ist anzunehmen, dass mindestens zwei Brutpaare sich angesiedelt haben.

Das Rebhuhn hat in den letzten Jahren sehr starke Bestandeinbrüche erfahren und wird in der Roten Liste NRW (Grüneberg et al. 2016) als „stark gefährdet“ eingestuft.







Zudem wurden auf zwei Flächen die Wachtel (Coturnix coturnix) nachgewiesen. Da die Männchen zur Brutzeit gerufen haben, ist anzunehmen, dass es sich um zwei Brutpaare handelte. 

Die Wachtel besiedelt offene, gehölzarme Feld- und Wiesenlandschaften.

Als Brutbiotope bevorzugt sie Ackerbrachen, Klee- oder Sommergetreidefelder und extensiv genutzte Wiesen.

Die Wachtel wird in der Roten Liste NRW (2016) ebensfalls als "stark gefährdet" geführt.





Das Rebhuhn besiedelt offene und strukturreiche Kulturlandschaftsbereiche. (Bild: Frank Püchel-Wieling)


Die Wachtel ist der kleinste Hühnervogel in Europa, der sehr im Verborgenen lebt. (Bild: Bernhard Walter) 

  

   Tabelle 2: Liste der nachgewiesenen Vogelarten in Werther-Arrode im Jahr 2022 

  


Borgholzhausen

Auch in Borgholzhausen-Kleekamp/-Berghausen ist ein Feldlerchen-Schwerpunktgebiet im Kreis Gütersloh. Seit 2022 werden in dem Gebiet wieder Schutzmaßnahmen für die Feldvögel durch einen ortsansässigen Landwirt umgesetzt. 

Die Biologische Station führt begleitend ein Monitoring der Feldlerchenpopulation durch: 

Von 2005 bis 2009 verzeichnete sich gemäß dem bundesweiten Trend eine Bestandsabnahme in dem Gebiet mit einer Erholung im Jahr 2010. Gegenüber 2005 hatte sich die Anzahl der Brutreviere im Jahr 2018 jedoch halbiert.

Um so erfreulicher sind die Ergebnisse von dem Monitoring 2022, die auf eine Erholung des Bestandes mit zumindest 29 Brutpaaren hinweist (die Zunahme gegenüber 2018 liegt bei 20 %).


  Tabelle 2: Anzahl der Feldlerchen-Reviere im Untersuchungsgebiet in Borgholzhausen

 

Interessant war, dass die Schutzmaßnahmen von zwei Feldlerchen-Paaren als Brutbiotop (Getreide mit weiter Reihe, Verzicht auf mechanische, bzw. chemische Beikrautregulierungund zur Nahrungssuche (Blühstreifen neben dem extensiv bewirtschafteten Getreide) besiedelt wurden.

Auch hier das Fazit: Feldlerchen nehmen geeignete Schutzmaßnahmen sehr gut an.


Quelle

Grüneberg, C., S. R. Sudmann, F. Herhaus, P. Herkenrath, M. M. Jöbges, H. König, K. Nottmeyer, K. Schidelko, M. Schmitz, W. Schubert, D. Stiels J. Weiss (2016): Rote Liste der Brutvogelarten Nordrhein-Westfalens, 6. Fassung. Charadrius 52, Heft 1-2: 1-66.


Schutzmaßnahme in Borgholzhausen-Kleekamp 2022: Mit der weiten Reihe steht das Wintergetreide deutlich lückiger und bietet dem einstigen Steppenvogel gute Brutbedingungen. Aufgrund des Verzichtes auf eine Beikrautregulierung etablieren sich blütenreiche Ackerkräuter, die den Feldvögeln mit ihrem Insektenreichtum eine gute Nahrungsgrundlage bieten.



Die nächsten 10 Tage - Veranstaltungen
Keine Einträge für diesen Zeitraum.
Kontakt
Anschrift
Biologische Station Gütersloh/Bielefeld
Niederheide 63,
33659 Bielefeld

Tel.: 05209 / 980101
Fax: 05209 / 980102

E-Mail
info(at)biostationgt-bi.de